Anlagepräferenzen der PK-Versicherten in der Schweiz

Befragt nach den konkreten Anlagepräferenzen für die eigenen Vorsorgegelder und einer nachhaltigen Investitionsstrategie, nennen die Studienteilnehmer spezifische Branchen und Themen.

Eine Pensionskasse soll gemäss Umfrage in Unternehmen investieren, die Lösungen bieten für globale Herausforderungen wie:

  • Wasserknappheit (75% der Befragten wünschen sich Investitionen in diese Themen)
  • Nahrungsmittelknappheit (74%)
  • Energieknappheit (69%)
  • Verfügbarkeit von Rohstoffe/Basismaterialien (63%)

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In nachfolgende Staaten, Branchen und Unternehmen hingegen sollten die Pensionskassen der Befragten nicht investieren:

  • Staaten, die Menschenrechte verletzen (86% der Befragten lehnen eine Investition in diese ab)
  • Generell umstrittene Branchen (85%)
  • Unternehmen, die den Schutz der Arbeitnehmer missachten (84%)
  • Unternehmen, die Richtlinien bzgl. Umweltschutz missachten (83%)
  • Unternehmen, die Richtlinien bzgl. Aktionärs- und Eigentümerrechte missachten (76%)
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82% der Befragten sind zudem der Meinung, dass die Pensionskassen durch die Berücksichtigung oben genannter Investitionsstrategien auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.

Grundsätzlich stellt sich die Schweizer Bevölkerung hinter ESG-Faktoren, doch nicht allen ist deren Integration in den Anlageprozess gleich viel wert. Knapp ein Drittel (27%) der Befragten befürwortet ESG-Faktoren nur dann, wenn sie sich nicht negativ auf ihre Rendite auswirken.

40% aller Befragten sind jedoch bereit auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten, wenn dafür ESG-Faktoren in den Anlageprozess mit eingebunden werden. Ein Fünftel würde sogar auf die Hälfte oder mehr ihrer Rendite verzichten und weitere 15% aller Befragten würden eine Renditeeinbusse von bis zu der Hälfte in Kauf nehmen, wenn ESG-Faktoren in den Anlageprozess mit einbezogen werden.

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Fazit

Zusammenfassend ist es wichtig zu sehen, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren beim Anlageprozess einen grossen Rückhalt in der gesamten Schweizer Bevölkerung geniesst und nur ein sehr geringer Prozentsatz sich explizit dagegen ausspricht.

Es stellt sich nun die Frage, wie viel es der Schweizer Bevölkerung Wert ist, dass Aspekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung in den Anlageprozess mit einbezogen werden.


Insgesamt werden ESG-Faktoren im Anlageprozess von Pensionskassen in der Schweiz stark begrüsst. Wird konkret danach gefragt, scheinen sie den Befragten wichtig und nur wenige äussern sich dagegen. Dass bei offenen Fragen ohne Bezug zu ESG-Faktoren nur sehr wenige Aspekte in diese Richtung genannt werden, zeigt jedoch, dass das Thema durch die Sorge, um die finanzielle Sicherheit und die Gewährleistung der Rente, überlagert wird.

Möchte man die Skeptiker der Schweizer Bevölkerung für die Integration von ESG-Faktoren in den Anlageprozess von Pensionskasse gewinnen, so muss das Argument entkräftet werden, dass sich eine nachhaltige Strategie negativ auf die Rente auswirkt.